Radtour mit Bürgergespräch am 04. September 2021

Wir haben gemeinsam mit unserem FDP Wahlkreiskandidaten Christian Markert (128-Steinfurt 3) bei schönstem Sonnenschein eine Radtour durch Hörstel mit Bürger*innen der Stadt gemacht, um die unterschiedlichen Themen der Bundestagswahl und ihre Auswirkungen für uns zu diskutieren.
Gestartet wurde am „Nassen Dreieck“. Dort wo Verkehrs-Infrastruktur (Wasserstraßen), Gastronomie und Tourismus an einem Ort zusammenkommen, wurden schnell Themen wie die von Kreis angekündigte Hängebrücke als Tourismusmagnet und der Ausbau der Schleuse zur Verbesserung der Schifffahrtswege in Deutschland in Angriff genommen. Zusätzlich wurde die Einschränkung der Hotel- und Gastro-Branche sowie des Veranstaltungssektors durch die Corona-Verordnungen der letzten Monate angesprochen. Alle waren sich einig, dass es eine einseitige Einschränkung dieser oder anderen Branchen nicht mehr geben darf und dass auch der Tourismus der Region weiterentwickelt werden muss. Dabei ist unstrittig, dass ein gesunder Tourismus nachhaltig und ökologisch in die Landschaft passen muss. Ob dies bei dem Projekt des Kreises der Fall ist, werden wir alle wohl erst nach der öffentlichen Präsentation des Konzepts des Kreises erfahren. Dabei wurde - höflich formuliert - gefordert, dass der Kreis Steinfurt seine Informationskanäle verbessern sollte.
An der Schleuse in Bevergern wurde deutlich, dass die Binnenschifffahrt nach wie vor eine der ökologischsten Transportwege unserer Zeit darstellt. Vor allem im Hinblick auf den Einsatz von grünem Wasserstoff als Antrieb moderner Schiffe für die die Schleusen der Kanäle umgebaut werden.
Der nächste Halt war an der Gesamtschule in Hörstel. Eltern berichteten, dass die digitale Ausstattung und auch das neue Schulgebäude hervorragende Voraussetzungen für die Bildung unserer Kinder bereithält. Gleichwohl ist die Digitalisierung an anderen Schulen im Kreis und auch Land nicht auf diesem Stand. Somit werden unsere Kinder auch in den nächsten Jahren benachteiligt, sobald eine Schule außerhalb der Stadt Hörstel besucht wird. In Zeiten, wo man zum Beispiel als Arbeitnehmer und damit verbunden als Familie durchaus einen Umzug erwägen muss, spielt die Schulinfrastruktur bei der Auswahl des neuen Wohnorts sicher eine große Rolle. Falls man allerdings in ein anderes Bundesland zieht, wird es meist recht unvorhersehbar. Hier ist definitiv der Bund gefragt, mehr Einfluss auf einheitliche Bildungsstandards zu nehmen.
Digitalisierung war auch am Uferquartier das bestimmende Thema. Das neue Verwaltungsgebäude wird den Anforderungen der digitalen Verwaltung Rechnung tragen. Doch hier müssen leider noch viele Hausaufgaben nicht nur seitens des Bundes erledigt werden. Es muss in naher Zukunft möglich sein, mit einer einzigen individuellen Kennung, wie z.B. die Steueridentifikationsnummer, alle bürokratischen Prozesse digital zu erledigen. Damit hätten wir einen Stand, den andere EU-Länder schon längst verwirklicht haben. „Es ist dringend notwendig, dass wir in Deutschland im Digitalsektor vorankommen und nicht von einem Versprechen zum nächsten vertröstet werden“ wie es ein Teilnehmer forderte.
Anschließend führte die Radtour zum ehemaligen NATO Flugplatz Dreierwalde. Auf dem Weg dorthin wurde lebhaft über die seit langem vom Bund vernachlässigte Außen- und Sicherheitspolitik diskutiert. Allein mit diesem Thema hätte man einen ganzen Abend füllen können.
Dort angekommen, standen die neue Klinik, das Gewerbegebiet sowie der Energie-Innovationspark im Vordergrund. Schnell wurde deutlich, dass Wasserstoff eine „riesen Möglichkeit“ darstellt, viele Bereiche des täglichen Lebens schnell auf grüne Energiequellen umzustellen und die damit Verbundene Frage der Energiespeicherung zu bewältigen. Eine engstirnige Festlegung z.B. auf BEV, wie es bislang stattfindet, muss von der nächsten Bundesregierung beendet werden. Es müssen alle technologischen und ökologischen Aspekte gleichermaßen zum Zuge kommen, um die Herausforderungen des Klimawandels im Sinne der Bürger*innen erträglich zu gestellten. Schwerpunkt muss dabei sein, auch für einkommensschwache Haushalte den Wandel finanziell erträglich zu gestallten. Eine starke Wirtschaft mit den daraus resultierenden Erträgen und Steuerabgaben wird einen großen Beitrag dazu leisten, die finanziellen Spielräume zu generieren.
Zum Abschluss wurde noch in lockerer Runde bei Pizza und Getränk weiter diskutiert. Es war allen Teilnehmenden klar, dass die Wahl am 26. September große Wirkung auf unser Leben haben wird. Deshalb sollen auch möglichst alle Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. „Nicht wählen zu gehen, ist keine Option“ sagte Christian Markert.
